Wiederherstellungswörter sind das Backup, mit dem du den Zugriff auf deine Wallet wiederherstellen kannst. Bewahre sie offline, privat und geschützt vor Diebstahl sowie physischen Schäden auf. Wer die vollständigen Wörter in der richtigen Reihenfolge kennt, kann auf die Guthaben dieser Wallet zugreifen.
Wenn du noch neu bei Wallet-Backups bist, erfährst du unter Was Wiederherstellungswörter sind und wie sie eine Wallet wiederherstellen die Grundlagen.
Warnung zu Wiederherstellungswörtern
Gib deine Wiederherstellungswörter niemals in einen Computer, ein Smartphone, eine Website, eine Browser-Erweiterung, einen Passwort-Manager, einen Cloud-Dienst oder einen KI-Chatbot ein. Der BitBox Support wird dich niemals danach fragen.
Einen sicheren Aufbewahrungsplan erstellen
Ein guter Plan schützt vor drei Risiken: dass jemand anderes das Backup findet, dass du selbst den Zugriff darauf verlierst und dass es beschädigt wird. Halte den Plan so einfach, dass du oder eine vertraute Person ihn im Ernstfall umsetzen könnt.
1. Wiederherstellungswörter offline und privat halten
Verwende ausschließlich ein physisches Backup. Fotografiere oder scanne die Wörter nicht, erstelle keine Kopie mit einem Kopierer, drucke sie nicht aus und speichere sie nicht in einer digitalen Notiz, E-Mail, Cloud oder einem Passwort-Manager. Drucker, Kopierer und mit dem Internet verbundene Geräte können Kopien speichern oder offenlegen.
Schreibe, lies und bearbeite Wiederherstellungswörter nur in privater Umgebung. Stelle sicher, dass keine andere Person, Kamera, Bildschirmfreigabe oder Sprachassistenz sie erfassen kann.
2. Jedes Wort exakt festhalten
Schreibe jedes Wort lesbar auf, nummeriere es und halte die exakte Reihenfolge ein, die deine Hardware-Wallet anzeigt. Ein fehlendes Wort, Schreibfehler oder eine vertauschte Reihenfolge können die Wiederherstellung verhindern. Ersetze Wörter nicht durch Abkürzungen, persönliche Codes oder ein selbst erfundenes Verschlüsselungsschema.
Wenn du eine BitBox02 verwendest, folge den Schritten, um Wiederherstellungswörter auf der BitBox02 anzuzeigen und zu überprüfen. Die Wörter werden auf dem Gerät angezeigt, nicht in der BitBoxApp.
3. Ein physisches Medium auswählen
Papier oder eine spezielle Backup-Karte sind einfach und günstig, können jedoch durch Wasser, Feuer und Abnutzung beschädigt werden. Ein Backup aus Stahl ist widerstandsfähiger gegen physische Schäden, muss aber genauso vertraulich aufbewahrt und fehlerfrei erstellt werden.
Wähle das Medium passend zum gesicherten Wert, zu deiner Aufbewahrungsumgebung und dazu, wie lange du darauf angewiesen sein wirst. Unter Was eine Steelwallet ist und warum ein Bitcoin-Backup aus Metall sinnvoll sein kann erfährst du mehr über die Abwägungen bei Stahl-Backups.
4. Das Backup getrennt von deiner Wallet aufbewahren
Bewahre Wiederherstellungswörter getrennt von deiner BitBox02 und einem möglichen Vermerk zum Gerätepasswort auf. Ein sicherer Ort begrenzt den beiläufigen Zugriff, schützt vor Schäden und bleibt für dich erreichbar, wenn du ihn brauchst. Je nach Situation kann das ein geschützter Ort zu Hause oder eine professionell verwaltete Aufbewahrung sein.
Beschrifte den Aufbewahrungsort oder Behälter nicht so, dass erkennbar ist, dass er Bitcoin oder ein Wallet-Backup enthält. Überlege auch, wie du Zugriff erhältst, wenn du umziehst, nicht zu Hause bist oder deinen üblichen Aufbewahrungsort nicht erreichen kannst.
5. Redundanz sorgfältig planen
Ein zusätzliches vollständiges Backup an einem getrennten, sicheren Ort kann das Risiko eines dauerhaften Verlusts durch Feuer, Überschwemmung oder Diebstahl verringern. Jede weitere Kopie schafft aber auch eine zusätzliche Möglichkeit, dass jemand sie findet. Es gibt keine allgemein richtige Anzahl von Kopien.
Teile die Wörter nicht auf, erfinde kein Kodierungsverfahren und verlasse dich nicht ausschließlich auf dein Gedächtnis, sofern du die Folgen für die Wiederherstellung nicht vollständig verstehst. Komplexität kann es dir erschweren, dein Backup wiederherzustellen, ohne die Sicherheit sinnvoll zu verbessern.
Backup-Produkte von BitBox
BitBox bietet mehrere physische Backup-Produkte für unterschiedliche Anforderungen. Sie können die Haltbarkeit verbessern, eine zusätzliche praktische Kopie ermöglichen oder unbefugtes Öffnen leichter erkennbar machen. Sie ersetzen nicht die sorgfältige und vertrauliche Aufbewahrung jedes vollständigen Backups.
Backup-Karte: eine einfache, alterungsbeständige Karte mit beiliegender Schutzlaminierung zum Festhalten deiner Wiederherstellungswörter.
Metall-Backups: Steelwallet, Steelwallet Pro und Seedor sind langlebige Optionen, die gegen Feuer, Wasser und physische Schäden widerstandsfähig sind.
microSD-Backupkarten: zusätzliche, mit der BitBox02 kompatible Karten für ein getrenntes und praktisches Backup.
Manipulationssichere Beutel: Sie können unbefugtes Öffnen sichtbar machen. Sie verhindern jedoch keinen Zugriff und müssen daher selbst an einem sicheren Ort aufbewahrt werden.
Der BitBox Blog erklärt anhand der Steelwallet als Bitcoin-Backup für die Ewigkeit, worauf es beim Erstellen eines Stahl-Backups ankommt.
Eine Backup-Strategie für die BitBox02 auswählen
Mit einer BitBox02 kannst du ein microSD-Karten-Backup mit einer geschriebenen oder in Stahl festgehaltenen Kopie der Wiederherstellungswörter kombinieren. Ein microSD-Backup lässt sich bequem erstellen und wiederherstellen, muss aber genauso wie Wiederherstellungswörter als Wallet-Geheimnis sicher aufbewahrt werden. Der BitBox Blog erklärt, warum die BitBox beim Einrichten ein microSD-Backup erstellt und manuelle Backups weiterhin unterstützt.
Unter Welche Arten von Wallet-Backups du erstellen kannst vergleichst du microSD-, Wiederherstellungswort- und Stahl-Backups. Wenn du ein microSD-Backup verwendest, solltest du regelmäßig überprüfen, ob dein BitBox02 microSD-Karten-Backup lesbar ist.
Weitere Hintergründe zu Aufbewahrungsarten und ihren Abwägungen findest du im BitBox Blog unter Wie du Backups deiner Wallet sicher erstellst und verwahrst. Wenn du darüber nachdenkst, die Wörter auswendig zu lernen, lies, warum du dich nicht ausschließlich auf das Auswendiglernen einer Seedphrase verlassen solltest.
Passphrasen und fortgeschrittene Setups verstehen
Eine optionale Passphrase ist ein separates Geheimnis, das eine separate Wallet erzeugt. Sie ist kein „25. Wiederherstellungswort“ und nicht im Backup der Wiederherstellungswörter enthalten. Wenn du sie vergisst, kannst du die passphrase-geschützte Wallet nicht allein mit den Wiederherstellungswörtern wiederherstellen.
Einschränkung bei der Passphrase-Wiederherstellung
Wiederherstellungswörter enthalten keine optionale Passphrase. Wenn du entweder die Wiederherstellungswörter oder die Passphrase verlierst, kann der Zugriff auf eine passphrase-geschützte Wallet dauerhaft verloren gehen.
Verwende eine optionale Passphrase erst, wenn du die Risiken verstehst und einen bewussten Wiederherstellungsplan hast. Lies, wie die optionale Passphrase der BitBox02 funktioniert und welche Risiken sie mit sich bringt.
Wenn Wiederherstellungswörter offengelegt wurden
Betrachte Wiederherstellungswörter als kompromittiert, wenn eine andere Person sie gesehen, fotografiert, kopiert, eingegeben oder erhalten hat. Erstelle eine neue Wallet mit einem neuen Backup und übertrage die Guthaben so bald wie möglich sicher dorthin. Verwende die offengelegten Wiederherstellungswörter nicht weiter.
Wenn eine Website, ein Anruf, eine Nachricht oder eine angebliche Support-Person nach deinen Wiederherstellungswörtern fragt, brich den Vorgang sofort ab. Erfahre, wie du BitBox-Phishing-Betrug erkennst und deine Wallet schützt.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich Wiederherstellungswörter in einem Passwort-Manager speichern?
Nein. Ein Passwort-Manager ist ein digitales System und kann durch ein kompromittiertes Gerät oder Konto, Synchronisierung oder eine versehentliche Freigabe Wiederherstellungswörter offenlegen. Bewahre Wiederherstellungswörter vollständig offline auf.
Sollte ich Wiederherstellungswörter zusammen mit meiner BitBox02 aufbewahren?
Nein. Bewahre Wiederherstellungswörter getrennt von deiner BitBox02 auf. Wer beides erhält, kann auf die Wallet zugreifen, ohne dich oder dein Gerätepasswort zu benötigen.
Muss ich mein Backup der Wiederherstellungswörter nach einer Transaktion aktualisieren?
Nein. Ein korrektes Backup der Wiederherstellungswörter stellt dieselbe Wallet auch nach empfangenen oder gesendeten Transaktionen und nach neuen Empfangsadressen wieder her. Ein neues Backup benötigst du nur, wenn du bewusst eine neue Wallet erstellst oder zu einem anderen Wallet-Setup wechselst.
Ist ein Bankschließfach ein guter Aufbewahrungsort für Wiederherstellungswörter?
Es kann geeignet sein, wenn es für deine Situation das richtige Verhältnis zwischen physischem Schutz und verlässlichem Zugriff bietet. Berücksichtige, wer im Notfall darauf zugreifen kann, was geschieht, wenn du selbst keinen Zugriff hast, und ob ein einzelner Aufbewahrungsort ein Risiko darstellt. Lege dort kein Backup ab, ohne den Zugang und die Vererbung mitzuplanen.
Folgen Wiederherstellungswörter einem Standard?
Viele Wallets verwenden den BIP39-Mnemonic-Standard, der einen Wallet-Seed als Wortliste darstellt. Die BIP39-Spezifikation (nur auf Englisch verfügbar) ist eine technische Referenz und ersetzt nicht die Wiederherstellungsanleitung einer Wallet. Verwende zur Wiederherstellung eine vertrauenswürdige, kompatible Wallet und befolge deren Anweisungen.